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Sho-we-es-to-pa oder wo gehts hier nach Omaha?

_sklaven_klein Die Anzahl der Spieler ist unbegrenzt. Jeder hat mehrere Pfeile. Einer wirft einen Pfeil 8-10 Fuß vor sich auf die Erde. Die anderen folgen nacheinander. Wenn ein Pfeil den des anderen kreuzt, dann bekommt er ihn.
Größte Geschicklichkeit ist erforderlich und die Erfolgsquote ist niedrig.


So in etwa muss man sich die Antwort vorstellen, wenn ein potenzieller Skalp danach fragt was wir denn hier spielen. Seit den Pokerolymp-Open ist bei uns durchgehend Omaha angesagt. „Ist das Pot Limit?“. „Ja.“. „Platz frei?“. „Ja, kannst gleich Blind posten.“ „Hä? Wieso krieg ich 4 Karten?“. „Ist Omaha.“. „Wie geht denn das?“. „Wie Holdem.“

Die Tomahawks sind geschärft und die Warteliste meist proppevoll.

OmaharundeMögen alle meine Fehler sich auf ihre Plätze begeben und möglichst wenig Lärm dabei machen.
(Apachen-Weisheit)

Omaha bedeutet im Indianischen: „Die, die gegen den Wind gehen“. Ja, so könnte man das Spiel nennen. Oder auch: „Die, die gegen die Wand rennen“.

Das tun die meisten nämlich, die Mal eben so einfach statt Holdem Omaha spielen wollen. Irgendwie sieht das ja anfangs wirklich so aus, als würde man einfach nur 2 Karten mehr bekommen. „Passt scho“ sagt der Bayer. Und es beflügelt ja auch schließlich die Phantasie. Was kann man nicht alles mit 4 Karten in der Hand anstellen? Da hab ich ja doppelte Holdem-Chance! Preflop wegwerfen, nachdem schon Live-Straddle und blind +Pot gespielt wurde? Da sieht doch einfach jede Hand gut aus.
Also die Omaha-Runden in Schenefeld sind kochend heiß, so heiß wie der Asphalt Mitte August in Nevada. Da bleibt man auch mit den Mokassins auf der Straße kleben während man auf die Postkutsche wartet.
Nachts steigen Rauchzeichen auf, abwechselnd ist es Don Koopeone, Sahin oder Hassan: “Geiles Spiel! Kommt Ihr noch?“. Letzterer hat aber nach neustem Stand das Omaha-Spiel aufgegeben. Zu wild die Kriegsbemalung der anderen und zudem ist sein Pony lahm.

50outs und ich wechseln uns ab. Schließlich muss wenigstens einer von uns morgens fit sein um an IntelliPoker weiterzuarbeiten und den restlichen Stamm aus den Tippies prügeln. Zudem sind die Swings beachtlich für so eine kleine gemütliche Partie. Bei Blinds 10/20 kann es da schon mal im Null-Komma-Nix 10K rauf und runter gehen.
Zudem sitzen jede Menge Experten am Tisch, mit denen nicht gut Kanufahren ist: Minh, Thang, Toni von PokerOlymp und ab und zu auch mal Luckbox Sebastian. Der brachte kürzlich einen Bekannten aus Österreich mit. Sofort ist der Tisch voll, heiße Action garantiert. Niki zieht gleich zu Anfang den dreifachen Stack auf und spielt die allererste Hand nach Blinds und Live-Straddle blind Pot. Natürlich kein normaler Live-Straddle, sondern Doppel-Live-Straddle. Missisippie sozusagen. Niemand zahlt. Derart beflügelt wie einfach es doch in Schenefeld ist Omaha zu spielen, geht’s in dem Stil weiter.

Ich koch ihm ein paar Mal das Irokesen-Süppchen mit Extra-scharf und verlasse nach 90 Minuten das gemütliche Lagerfeuer mit 4K+. Andere warten schon Hufe scharrend auf meinen Platz und ich komme mal zur Abwechslung früh in mein Reservat.

OldWestHanging-500Wer zuviel blufft hängt am Baum

Für alle Heißgemachten, die jetzt schon die Hotelbuchungen für den Klövensteen vornehmen: So langsam aber sicher flaut Omaha schon wieder ab. Letzten Sonntag gab es dann schon wilde Diskussionen am Tisch „Was spielen wir denn jetzt?“. NLHE oder Pot Limit? Omaha oder Dealers Choice? Nur noch wenige Stimmen wollten sich ins Indianerland begeben. Ben Kang, P.M. und ich waren sichtlich enttäuscht, 50outs war es egal (ich mach Euch eh glatt…und wenn wir MauMau spielen), die ganze Ostkurve mit SeriAce, PSRagen und Hassan schrien nach Holdem und so einigten wir uns auf NLHE mit 10/20 Blinds. Teuer genug. Natürlich alle angeheizt durch die Diskussion, es war schon nach 22.00 Uhr als wir endlich anfangen, geht es auch gleich richtig ab. Ab sofort werden wieder Lochkarten gesucht & getroffen, mit 3outern gesuckt und geblufft, dass es nur so raucht. Gegen 1 Uhr fahre ich schon wieder heim, müde und Gott sei Dank die Taschen voll.
Ende des Monats stehen noch einmal zwei kleinere Turniere hier in Hamburg an, bevor ich mich nach Las Vegas aufmache.

Ins Land der Indianer.

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