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Openended Muckdraw

Es ist Freitag. Die Pokerecke in der Spielbank Esplanade platzt aus allen Nähten. Zwei Kampfhähne stehen sich lautstark an meinem Nachbartisch gegenüber. Trashtalk, Showdown und Poker at it´s best.

D.: „Ich teile keinesfalls – Du kannst mich mal!“

H.: „Ich hab Drilling. Chef, die Chips zu mir!“.

D.: „Mann, Du Blindschleiche, ich hab Asse. Kein Stück geht zu Dir.“

H.: „Das wollen wir doch mal sehen!“

D.: „Wo denn? Du hast doch gar keine Karten mehr!“

H.: “Chef, wo sind meine Karten?“

Es gibt „card protectors“, nicht verwendete Chips, Eheringe, Glücksbringer und ich nehme oft meinen Labello um meine Karten zu sichern. Der Spieler links neben dem Dealer allerdings  deutete wohl  bisher das „Sichern der Karten durch Gegenstände“ als modischen Schnickschnack und büßte so in einer etwas unglücklichen Situation noch vor dem Showdown seine Holekarten ein. Der Dealer haut die freiliegenden Karten mit einer Handbewegung ausversehen in den Muck.
Nun raised und gewinnt es sich etwas unbequem ohne Karten. Showdown heißt Hosen runter und zwar beim Holdem alle beide.
Die Diskussion wird lauter. Wir unterbrechen kurz unser eigenes Spiel um den Geschehnissen beizuwohnen. Immerhin betrifft es alle Spieler wenn eine Entscheidung getroffen wird und sozusagen „Hausregelstatus“ erhält.  Zwischendurch denke ich H. bekommt eine Kehlkopfentzündung vom Schreien und D. wächst um 1 m. Wer D. kennt, weiß, dass er nicht so unglücklich darüber wäre :-))

Wer ist Schuld? Wie kam es dazu? Aber die brennende Frage ist eigentlich: Was macht man jetzt? Internationale Regeln besagen, dass man selber für seine Karten verantwortlich ist. Und zwar in vollem Umfang. Man hat dafür Sorge zu tragen, dass niemand Fremdes in die eigenen Holekarten schauen kann, die Karten bei Bedarf vor einem liegen bleiben und ebenfalls ordnungemäß in den Muck fliegen.
Ich warte schon darauf, dass H. sich 2 x-beliebige Karten aus dem Stapel wieder raussuchen darf, doch dann trifft die Esplanade eine Entscheidung:

D. erhält den Pot. H. bekommt die gleiche Anzahl der Chips/ Geld vom Casino erstattet.

Wir haben folgendes gelernt: Die Esplanade ist grosszügig, wer schreit hat Recht und der Labello bleibt in der Handtasche.

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