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Die Geister die ich rief.

Scheffe von PokerStars ordnet an, dass die Teamspieler sich gefälligst mal mehr online bei Stars sehen lassen sollen.

Yes, Sir! Drill Sergant, Sir!

Da ich normalerweise ca. 5 Tage die Woche live im Casino sitze ist wenig Zeit um ausgiebig online zu spielen. Normale Arbeitszeiten sind da für mich als Deutsche sowieso schwierig wenn man ein adäquates  Spiel finden will. Aber, gesagt – gemacht.

Ich bleibe zu Hause, logge mich am  Abend bei  PokerStars ein und suche nach einer passenden Partie. Da ich noch ganz nebenbei mit „Wie halte ich meinem Mann satt & zufrieden“ beschäftigt bin entscheide ich mich für das im Moment beste  Angebot, einem NLHE Turnier, $100 Buy-in. Cashgame ist in dem o.g. Status unmöglich, da ich zwischen Mann, Kochtopf, Hund raus lassen und mit Schwiegermutter telefonieren hin- und herspringe.

Nachdem die Seitenbeschäftigungen erfolgreich erledigt sind drücke ich den „I am back-button“ und widme mich dem Turnier.
Na, ja widmen tue ich mich hauptsächlich dem Chat. Ab spätestens jetzt versteh ich die etwas paranoide Veranlagung  mancher  Teammitglieder.  Erlebt habe ich das schon bei  dem 5. Geburtstag von PokerStars, wo wir alle mit Bountys versehen an den Freerolls teilgenommen haben.

In der Regel sind die meisten sehr nett und fragen nur neugierig nach,  wie es denn nun ist so als PokerStars-Team Mitglied, wünschen mir viel Glück oder wollen mit mir Pferde-Geschäfte machen. Ich unterhalte mich mit allen und versuche so viele Fragen wie möglich zu beantworten.  Gar nicht so einfach, denn das Chatfenster ist nicht groß genug, dass ich alle Fragen lesen kann. Es ist schon echt lustig  zum Teil, wen man da so alles kennenlernt und was für Menschen auf einen zukommen.

Aber eben nur zum Teil.
Bei manchen frage ich mich wirklich ob die Erziehung und der Umgang mit humanen Wesen im D-Zug erlernt wurden. Wenn überhaupt. Ich spiele seit Jahren Live Games und das mit den unterschiedlichsten Menschen. Dadurch, dass die Pokertische anzahlmäßig von Männern dominiert werden sind mir auch Stammtischgeschichten, Frauenwitze und anzügliche Bemerkungen nicht fremd.

Selbst bei Chatfragen: „When is your next Pornfilm?“ kann ich zuckersüß antworten und alle auf das Jahr 2009 vertrösten weil die Produktion hängt. Aber was sich da im Chat zum Teil manche erlauben, ging dann echt zu weit. Einer dieser Verbal-Komiker machte derart unerzogene Bemerkungen unterhalb der Gürtellinie, dass ich das erste Mal in meinem Online-Leben eine Beschwerde an den Support geschickt habe. Jetzt hat er 4 Wochen Chat-Knast und ich bin gespannt ob er mir nun die Autoreifen aufschlitzt.

stalker

Ich möchte nicht auf Einzelfällen herumreiten und mich auch weiss Gott nicht beklagen, dass ich $100 ins Buy-in versenkt habe ( nicht mal 1 Raise bei 30/60; das nicht so schlimm..:)). Das ist nicht der Punkt.
Ich bin mir auch sehr wohl bewusst, dass ich auf einem Präsentierteller liege und gewisse gesellschaftliche Verpflichtungen habe; die mache ich auch sehr gerne und mit großem Einsatz. Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Ich unterhalte mich gerne, auch im Chat.

Was mich wirklich stört ist die Entwicklung der menschlichen Umgangsformen im Internet. Das betrifft sicherlich nicht nur das Thema Poker  -vielleicht sollte ich vergleichsweise mal in Golf- oder Reitforen rumsurfen-, aber hier halte ich mich nun mal auf und hier kann ich nachhaltig sagen:  Wer wirklich Eier hat, der kann kommen, mir in die Augen sehen und das ganze nochmal wiederholen.

Es ist nicht schwer mich zu erreichen. Am besten Geld mitbringen und sich mit mir auch gleich an den Tisch setzten.

Neulich wurde Michael Keiner, einer unserer Aushängeschilder des deutschen Pokerspiels, von einem anderen deutschen Online-Spieler (welcher genau wusste, dass es Michael war) am Tisch unflätig und unangemessen beschimpft.

T.J Cloutier hat dazu auch schon eine Meinung:
„The internet is not only breeding  bad loosers – it breeds bad winners.

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