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Machen Sie Ihr Schweppes-Gesicht.

Ich muss die Schweizer anrufen. Die mit dem Schaf. Ich brauch am besten gleich drei. Nee, vier. Bestimmt fällt ein Klon auch mal vom Balkon.
Bereits am Mittwochmorgen laden wir Laptops, tonnenweise Termine, Reisetaschen und Marten ins Auto und machen uns auf den Weg zum EPT nach Dortmund. Kurz hinter Bremen überholt uns Jörgen, der Inhaber des Deutschen Poker Magazins und wir verabreden uns durch abenteuerliches Winken noch schnell an der nächsten Tanke zum Händewaschen, Klönen und Kaffetrinken.

Gestärkt durch MilkyWays, Dosen-Sahne-Kaffee und abgepackten Gummibaguettes reißen Jan, Mini-Marten und ich die letzten Kilometer bis Dortmund ab.
Im Casino Hohensyburg angekommen erwartet uns schon heftiges Treiben. Im großen Saal stehen zig Pokertische noch unsortiert herum, emsige Mitarbeiter schleppen Kabel, Lampen, Stühle. Wir machen uns auf in Richtung Presseraum um uns mit Roy von der Locht und den Jungs von Bruger-Film zu treffen.

Von diesem Zeitpunkt an dauern meine Tage 36 Stunden. Und es gibt insgesamt fünf davon.

Ohne genau auf die Einzelheiten einzugehen  -davon gibt es zu viele –  wir haben zu tun, dass es nur so qualmt. Um nicht tot umzufallen stärken Mini und ich uns immer mal wieder zwischendurch in dem sehr schönen hauseigenen Restaurant, denn die Brezeln und Süßigkeiten aus dem Pressraum geben irgendwann  keinen Nährwert mehr ab. Und prompt gibt’s einen Anschiss. Mini hat kein Live-update gemacht und ich hab irgendeinen Termin verpasst.
Aber so war es halt in Dortmund für uns: Super stressig und jede Nacht haben wir abgeklatscht: „Tag geschafft“.

Ach ja, Poker gabs auch noch für uns. Jan, Mini und ich spielen das EPT am Day 1B. Keine genaue Ahnung wie die beiden den Tag verbracht haben, ich hab für meinen Teil das Turnier im 5. Level beendet. TT vs AK. River K.
Das ist ja noch ok. Ich war mit meinem Spiel nicht so recht zufrieden, den ersten Tisch hatte ich ganz gut im Griff, gewinne ein bisschen im 1 und 2. Level dazu und werde dann mit ca. 13.000 Chips gemoved. Gleich der erste Hand geht in die Hose, ich muss auf einem KT6 A Board QQ weglegen. Lochkarten gehen leider nur bei anderen.
Na ja, so geht’s weiter bis ich aufm Button mit TT pushe. Alles nicht so schlimm, das ist nun mal Turnier.
Was mich wirklich gestört hat war der unorganisierte Presserummel. Alle 30 Sekunden hatte ich ein Blitzlicht im Gesicht und laute Fragen a la „Was haben sie denn gerade gehabt?“  „ Warum werfen Sie jetzt weg?“ „ Kann ich Sie mal eben für die Schweiz interviewen?“ in meinem Nacken.  Wohlgemerkt alles im laufenden Spiel während Karten unterwegs sind. Oh man, ich war bedient. Roy kommt vorbei und fragt wie es mir geht. Ich sage nur zu ihm „Schaff mir die Scheiße hier vom Hals“ und er kriegt es tatsächlich fertig, dass der Turnierleiter ne Durchsage macht. Danke, Roy.

presse

So angestochen, also richtig sauer sozusagen, beschließe ich mich beim Cashgame mit ein paar Schweden anzulegen. Rita (Temmis Frau), die Cashgame-Floormanagerin, macht einen neuen 10/20 NLHE Tisch auf und siehe da: 70% Skandies am Tisch. Teilweise rumlümmelnd, biertrinkend und streitlustig. Die kommen mir gerade recht. Der Button wird ausgelost, ich hab sofort BB. Das hebt meine Stimmung.
In der allerersten Hand wird in MP auf EUR 250 geraist, einer zahlt, der Button geht mit EUR 2000 sofort All-in. Ich schau zuerst in die Gesichter der Typen, dann in meine Karten. JJ. Ich zahl sofort. Der MP-Schwede zahlt ebenfalls. Das Board kommt sehr unspektakulär, der Button zeigt wie erwartet Schrott: T8 off. Ich verdreifache meinen Stack. So lustig geht’s weiter. Belgische Puffbesitzer nehmen Platz und fangen Trash Talk an, die Skandies müssen laufend nachlegen und dann kommt auch noch Roy an meinen Tisch. Ich lass mir von Frieda noch in Ruhe den Rücken massieren und geh ins Bett.

Am Samstag spielen wir das 1000-er NLHE. Ich hab einen klasse Tisch. Maxi aus Griechenland, Kaischi aus Hamburg, Paul Testud und noch ein paar unbekannte Kandidaten. Wir gackern rum und irgendwie hab ich das Gefühl bei uns wird Limit gespielt. Dauernd sehen wir zu dritt oder viert n Flop, ständig  ist Show-down. Dann kommt wieder so n richtig geiles Ding: 7 Leute limpen bis zu mir. Ich habe auf dem Button 77 und zahle die 100. Der Small Blind macht n Miniraise auf 500. Paul zahlt noch die 400, ich auch. Der Flop kommt J73, zwei Farben. Der SB spielt 800. Paul wirft weg und ich raise sofort auf 2000. Der SB reraist. Ich gehe all in und er zahlt. Kuckuck: Set over Set und ich bin raus. Na, ja die Skandies warten ja schon.

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