Menu

Paciencia y barajar

Nachdem ich nun fast 3 Wochen kaum live gespielt habe freue ich mich direkt auf das EPT in Barcelona. Endlich wieder Situationen am Tisch, die man mit Gesichtern verbinden kann. Am letzten Sonntag verpasse ich das Warm-up bei PokerStars um genau 30 Sekunden und schaue etwas geknickt auf meinen Bildschirm. Das Sunday Million ist mir immer was zu spät da ich montags oft viel auf dem Zettel habe und früh aufstehen muss.
Ich überleg also das 15 Minuten später anfangende 100$ NLHE zu spielen um mich für Barcelona wieder in einen soliden NoLimit Holdem Modus zu bringen. Nach dem ganzen Hi/lo und den etwas anderen Varianten (die mir besonders Spaß machen) schien mir das eine gute Idee.

Als so etwa die Hälfte des Feldes ausgeschieden war und mein Chip Stack sich immer so um Avarage befand verliere ich ziemlich blöd 3 Hände hintereinander. AA vs 99, dann AK vs AQ und am Schluss KK vs A4o. Der Verlauf der letzten Hand war ziemlich schräg und als ich ausschied fragte jemand am Tisch warum er denn mit A4o Preflop gereraised hat. Ganz einfache Antwort:“ Ich wollte mal n Pro busten.“
Der Doomswitch-Button auf dem DJ-Pult ist wahrscheinlich, so wie die teuersten Artikel im Supermarkt, auf Augenhöhe positioniert. Alles eine Frage des Marketings.

Am Montagmorgen ging es dann mit Robin Scherr vom IntelliPoker-Team in die schöne katalanische Hauptstadt.

1_AB_SkipperAB Skipper

Im Flieger treffen wir Patrik Neckelmann, wie immer bestens gelaunt und entspannt. Bose Noise System aufm Ohr und zockend am rosafarbenen Nintendo. Sehr stylisch. Wir teilen uns ein Taxi zum Hotel AB Skipper, in dem fast alle PokerStars EPT Teilnehmer wohnen. Das Hotel liegt 100 Meter zum Strand und weitere 500 Meter zum Casino. Das ist mal mehr als n Gutshot! Außerdem kann ich hier endlich mal Marcel Luske in Badehosen sehen.

Ich habe Spieltag Day1A.

Am nächsten Morgen gehen Robin und ich um 9.30h runter zum Frühstück (die Supernova Strandparty war schön & laaaaang) und treffen Niki, der seit 6 wach ist und nicht schlafen kann. Daniel Schumacher irrt auch herum – sein Zimmer ist weg und er muss umziehen. Na ja wir sind in Spanien und hier sieht man eben alles etwas entspannter.

katja_barca71

Genauso entspannt geht auch das Turnier los. Die, die das hier noch nicht kennen, stehen pünktlich um 4.45h an der unbesetzten Los-Trommel. Ich derweil gehe um 5.30h noch gemütlich eine rauchen und ein bisschen Smalltalk machen. Ich weiß ja, dass das Turnier nicht vor 6 beginnen wird. Eher friert die Hölle ein. Hier ist alles ein wenig anders, aber genau dafür kommen wir ja extra.
So wie Daniel Negreanu, der sich beim ersten Board am Tisch wundert, dass Turn & River auf die andere Seite gelegt werden. Sind wir mal froh, dass hier mittlerweile Holdem auch links herum gegeben wird. Die Dealer verstehen weder englisch, noch spanisch. Wir sind ja schließlich in Katalonien.
Wenn Thomas Kremser nicht da wäre und ab und zu die Fronten klären würde bräche Anarchie und Bürgerkrieg aus. Die Franzosen weigern sich eh etwas anders zu sprechen als ihre Landesprache, die Skandies sind oft zu betrunken um sich selbst in dieser zu artikulieren und der Rest versucht sich mit Teletext, Blindensprache & Untertiteln. Geht doch!

Katja-Joseph1Ein Daumendrücker aus Ungarn

Mein Spieltag ist durchwachsen.

Nachdem ich am ersten Tisch mit Mark Vos sitze und wir uns ein wenig über den grünen Filz unterhalten, werde ich 3 x gemoved. Am nächsten Tisch verblase ich in einer Hand die Hälfte meines Stacks an eine Pariser Callingstation. Da es ein Show-Down gibt mache ich mir die Information zu Nutze und buste den Kerl nach einer Stunde. Wie man sieht ist selbst eine verlorene Hand nicht schlimm, auch wenn es massig Chips kostet, wenn man die Sache nur richtig auswertet.

Wie so oft bin ich absolut kartentot. Deswegen spiel ich ja so gerne Hi/Lo und besonders Razz. In den gesamten 8 Levels bekomme ich ganze 2 x ein Pocket Paar. AA im BligBlind = alle folden und einmal 7-7, die ich brav in den Muck haue, nachdem ein Raise und Reraise kommt.

Meine Tische sind mega tight. Gut zum Stealen – das mache ich dann auch, sonst hätte ich schon keine Chips mehr und wäre längst in der Strandbar. Da wurden KK nur gelimpt, super Draws nicht angespielt und Top Two auf einem unspektakulären Board auf dem River gecheckt. Typische Situation: Ich mache in MP mit AQs ein Standard-Raise; Button call. Heads-up der Flop 8-A-5. Ich bette Pot, er raised. Ich zeige AQ und folde. Er zeigt freundlicherweise auch: AK. Mahlzeit.

KatjaPSIch muss schon drin bleiben – Plakat ist gedruckt

Ich schlepp mich durch den Tag und da Roland de Wolfe am Nachbartisch stundenlang Suki, die Masseuse blockiert, muss ich ein bisschen Faxen machen und mit ihm flirten. Suki kommt dann endlich und schraubt meine rechte Schulter wieder auf Augenhöhe. Die Stühle sind zu niedrig oder die Tische zu hoch – ich sitze wie in der Sesamstrasse und mir tut alles weh.

Um 4h packen wir unsere Tüten ein. Von über 260 Startern sind 99 übrig. Avarage ist bei 25K, so wie ich es ausgerechnet hatte. Ich liege etwas darunter mit 17.900. Kein Wunschergebnis aber mein Job ist es, so lange wie möglich in dem Turnier zu bleiben. Mal sehen wer sich auf den Weg macht Pros zu busten – hier gibts ja genug.

Leider zickt meine Foto-Technik und ich kann nur Bilder hochschicken, die andere für mich gemacht haben.

Das dauert halt alles ein bisschen – wir sind ja in Katalonien.

Categories:   Blog

Comments

Secured By miniOrange