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Ein Tag im Leben von…

… so heisst die Sendung, für die der WDR mich 2 Tage lang auf Schritt und Tritt begleitet hat. Anscheinend ist es für den TV-Zuschauer interessant wie das Leben eines Pokerspielers so aussieht. Die allgemeine Meinung ist sicherlich, dass es etwas Unanständiges sein muss oder zumindest irgend etwas mit „Halbwelt“ zu tun hat. Gefilmt wurde zuerst eine Homestory; also Katja im Pyjama, mit Hund im Garten, morgens maulig beim Zeitungslesen, kochend – trinkend – schwatzend mit Freundin und natürlich beim Online-Pokern. Die Redakteurin fragte immer nach interessanten und aussergewöhnlichen Ereignissen am Tag vor einem Pokerturnier und was man so gewöhnlich macht. Tja, was macht man eigentlich vor einem Turnier so?
Da bei uns das Leben nicht in „Tagen vor einem Turnier“ gezählt wird, sondern neuerdings nach TurnierWOCHEN, Flugstunden und Besprechungsterminen gabs nur leichte Kost für den WDR. Das Filmteam hat mich dann noch zum Deep-Stack-Turnier in Schenefeld begleitet. Dort gabs die unvermeidlichen kleinen technischen Problemchen, dass z.B. einige während des Turniers nicht gefilmt werden wollten. Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung warum das in Deutschland immer ein Problem ist. Da sind Menschen, die jahrelang Poker spielen, ein Höllengeld für Buy-ins ausgeben, dort öffentlich im Casino sitzen und die Ehefrau darfs nicht wissen? Was erzählen die bloss immer zu Hause? Auf internationalen Turnieren muss man eine Einverständniserklärung unterscheiben, andernfalls ist eine Teilnahme an Pokerturnieren gar nicht möglich. Na wie dem auch sei, es wurde natürlich respektiert und ich bin gespannt auf den Beitrag.

WDRTV ist anstrengend

Das Turnier in Schenefeld war ausgezeichnet organisiert. Unser Pokerchef, Marcus Jost, hat mal wieder den richtigen Riecher gehabt und eine tolle Veranstaltung hingezaubert. 70 Teilnehmer aus ganz Deutschland waren vertreten, es gab 7000 Startchips und 45 min Level. Also 2 Tage ausverkauftes Haus! Mittlerweile witzeln wir schon immer, dass die doch sehr begrenzte Pokerecke in den Hauptsaal statt der Roulette-Tische verlegt werden sollte. Herr Jost denkt bestimmt schon drüber nach… also ich komm auch zum Umräumen, versprochen!

Während des Wochenendes hatten wir auch Poker-Übernachtungsbesuch, da alle umliegenden Hotels ausverkauft waren. Zudem hatte die Stadt Schenefeld ein Fest ausgerichtet, genau VOR dem Casino. Es war unmöglich mit dem Auto vorzufahren, alle Autobahnabfahrten und Zubringer waren gesperrt. Da man unser Navigationssytem aus dem Auto geklaut hatte gestaltete sich der Weg sehr abenteuerlich.

Zum Turnier ansich: Das Starterfeld war zum Teil sehr stark besetzt, lokale Profis mit internationaler Erfahrung und Erfolgen sowie viele erfahrene Turnierspieler waren angereist. Der Prizepool war ca. 48.000 EUR und dafür lohnt sich dann auch schon mal eine Anfahrt aus Berlin. Ich sage desshalb Berlin, weil der Sieger des Turniers, der sehr sympatische Benjamin Kung (How the hell could your Mum gave you THIS name??), dort zu Hause ist. Ben ist ca. 2m groß und sein Lachen nicht minder klein. Mein Laune erhellte sich dann auch wieder – nachdem ich als 12. ausschied (10 im Geld) – denn Jan wurde Dritter.

benjaminSieger Ben Kung mit Freundin Jasmin Wiegand

Am Sonntag nach dem Ausschlafen wurden schon wieder die Koffer gepackt, denn Jan und ich waren zur Strategie-Marketingbesprechung von PokerStars in die Isle of Man eingeladen. Da keine ordentliche Flugverbindung von Hamburg aus möglich war mussten wir über Manchester fliegen und auch dort übernachten um pünktlich am Montag Vormittag da zu sein.

Mehr dazu gibt es im nächsten Beitrag.

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