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Ku-Damm in Sicht

Im November, wenn alle schon wieder an heissen Kakao und Lebkuchen denken, finden in der Spielbank Berlin die diesjährigen Deutschen Pokermeisterschaften statt. Ausgetragen werden diese bereits seit letztem Jahr in der Variante „Texas Holdem No Limit“. Die Spielbanken in Deutschland passen sich der Moderne an und folgen dem Trend, denn alle Welt scheint Holdem zu spielen. Ich trauere manchmal einer schönen 7-Card-Stud Partie nach; heute ist es wirklich nicht so leicht mal spontan eine gute Runde live Stud zu finden. Aber so ist das nun mal, ich spiele ja auch sehr gerne Holdem und anscheinend nicht so schlecht.

kudamm01

Gestern haben Jan und ich einen Abstecher nach Schenefeld gemacht um an Satellites für November teilzunehmen. Das Buy-in war EUR 100 + 5, Singletable-Format. The winner takes it all. Heisst: Der Gewinner des Tisches bekommt eine Freikarte zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft im Wert von EUR 850. Das Buy-in (400), einen ReBuy (200) und den Addon (200). Überschüssiges Geld aus dem Pool geht an den Zweitplacierten. Jetzt werden viele sagen: „Hä? Vielleicht brauch ich doch gar keinen ReBuy/ Addon. Woher wollen die das wissen? Das zahlt man doch nicht voraus?“
Oh doch, das wissen die. Denn diese Struktur ist so ausgelegt, dass man einen ReBuy nehmen MUSS wenn man nicht, bevor die ReBuy-Phase vorbei ist, sich einen überdimensionalen Monsterstack angeschafft hat. Also meiner Meinung nach ist dieser ReBuy-Kram in diesem Format eh sinnlos, sollen die doch a la Schenefeld am 8.+9.9. gleich ein ordentliches Buy-in machen und nicht so einen Firlefanz. So denkt doch jeder, dass es „nur“ EUR 400 kostet. Aber ok, so wird es seit Jahren gehandhabt und die Insider wissen ja wie es läuft.

Wie dem auch sei, wir waren gestern im Casino Schenefeld und haben an den Satellites teilgenommen. Jan und ich saßen gott sei Dank an unterschiedlichen Tischen. Oft genug kommt es vor, dass wir, selbst per Computerauswahl, nebeneinander sitzen. Das zum Thema Zufall. Oder ist das Liebe?
Im ersten Durchgang (von 2) sass ich an einem Tisch mit mehr oder weniger bekannten Gesichtern. Ich hab mich ziemlich genau an die Single-Table-Basis-Strategien gehalten und anfänglich keine wilden moves gemacht. Als die Zeit reif war hab ich dann mein Spiel umgestellt. Und tatsächlich hab ich auch mal jemandem einen Bad Beat verpasst:
Preflop raise ich in late position mit AQs. Ich habe etwas mehr als Durchschnittchips und es waren noch 6 Spieler von 11 am Tisch. Alle folden und der Big Blind sagt „all-in“. Ich habe etwas mehr Chips als er, falls ich den Pot verliere bin ich noch nicht raus. Das ist ein beliebter Zug vom Big Blind nach einem Raise zu reraisen. Ich mache das auch oft. Also ok, ich sage „call“. Er zeigt AA. Autsch!
Das Board kommt mit 3 Karos, ich habe Flush.
Für alle, die sich jetzt aufregen und sagen „how lucky“ eine kleine Anekdote vom Turnier davor: Erste Hand im Turnier. Ich hab QQ in mittlerer Position und raise. Alle passen. Der Small Blind zahlt. Flop 5 8 5. Er checkt ich gehe SOFORT ALL-IN. Wenn er ne 5 hat bin ich tot, ansonsten hab ich keine Angst. Er callt. Showdown: Ich wie gesagt QQ, er zeigt 44! Der Turn UND der River müssen eine Karte mit der Farbe Kreuz bringen die ihm einen Flush machen…das nenne ich mal einen schlechten Call.

Ok, also ich gewinne dieses Satellite in Schenefeld und hab meine Fahrkarte. Noch zu dritt hatte ich dankbare Gegner. Den Zuschauern ging es wahrscheinlich wieder zu langsam und ich hätte mehr Action machen können, hatte aber keine Lust. Zwischendurch hab ich nicht mal meine Hole-Karten angeschaut und bin all-in gegangen, das war Terror genug.

In der zweiten Runde, die ich für „cash“ gespielt habe, war ja schliesslich mal da, bin ich Preflop mit 88 in zwei Gegner gelaufen, die jeweils BEIDE AA hatten. How funny looked this… Ich denke ja immer positiv und sag: „Ich hab Live-Karten!“. Genützt hat es natürlich nichts. Ich war dann als 5. raus.

DreamteamDieses Bild wurde auf der Deutschen Meisterschaft, ebenfalls in Berlin, 2003 aufgenommen. Jan ist am Finaltisch.

Auf jeden Fall freue ich mich auf Berlin. Jan ist heute noch mal los um auch einen Platz zu ergattern und noch Cashgame zu spielen. Ich bleibe mal schön zu Hause und „arbeite“ bei PokerStars. Heute morgen musste ich nämlich verhältnismäßig früh aufstehen um eine Pferde-Kundin aus Paris in unserem Reitstall zu bedienen. Also wie man sieht, ich bin da auch noch busy. Die stand nämlich um 9 Uhr mit Ihrer Trainerin am Hamburger Flughafen und wollte ein Pferd bei mir ausprobieren. Ziemlich blass (kaschierende Sonnenbrille macht sich am Pokertisch ganz gut – beim Reiten nicht so) hab ich das Pferd vorgestellt. Aber anscheinend so gut, dass sie es nehmen werden. Na ja die wollten ja auch nicht mich kaufen, sondern den Zossen.

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