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XY ungelöst

Kaum mache ich mein MSN an oder spiele online bei PokerStars klingelt es auch schon an allen Ecken.

„Ey, Heads-up, Katja?“

Mein Haus – Mein Auto – Mein Boot.
Noch besser bekannt als Kopf- oder Trophäenjagd (ich mach mich übrigens sehr gut unter der Stehlampe im Wohnzimmer) oder auch zu finden unter der Rubrik: Mein Kopf – Mein Stack – Mein Y.

Aber selbst schon die Vorstufe beim Onkel-Doktor-BRAVO-Vergleichspiel ist eine Klippe für mich. Ich sehe im Heads-up ziemlich alt aus: Mir fehlt nämlich eindeutig das Y-Chromosom.

Schon aus rein anatomischen Gründen muss ich deshalb leider regelmäßig diese verlockenden Angebote ausschlagen. Schließlich bin ich eine Frau und kann nicht mal die bundesdeutsche Durchschnittsgröße von 14,4 cm aufbringen.

Ich schaue vorsichtshalber noch mal an mir herunter. Nein, kein Y zu finden. Nicht mal ein ganz kleines. Vielen Dank für das Angebot, aber ich bin ja schon ausgeschieden bevor ich die Karten habe.

Alle paar Wochen allerdings werde ich von PokerStars angehalten „If you don´t feel it – fake it“ und lege mir eine Attrappe zu. Mit Unterstützung einer Hasenpfote sozusagen spiele ich regelmäßig an einem ausgesuchten Sonntag gegen den TLB-Leader ein Heads-up seiner Wahl. Die Preisgelder sind unterschiedlich, the winner takes it all. Die Team PokerStars Pros taken allerdings nix, alles kommt im Falle eines Gewinns auf unserer Seite in einen Charity-Pool für notleidende Pokerspieler. Mein Beitrag für die Bedürftigen beläuft sich bestimmt auf 10K, da ich bisher die meisten Dinger gewinnen konnte.

Mein letzter TLB Heads-up Gegner wählte NLHE als Variante, welche ich ja eigentlich ein wenig ermüdend finde. Ich habe eh so das Gefühl, dass meine Matches im Vergleich ziemlich lange dauern, wahrscheinlich weil wir immer so viel chatten und rumgackern. Zudem hatte er auch noch Geburtstag, war vom Feiern und Anstoßen unausgeschlafen und bat mich nach 40 Minuten: „Komm, Katja, lass mich gewinnen. Mach mir ein schönes Geburtstagsgeschenk.“ Hat bei allem Goodwill nicht geklappt und die PokerStars-Suppenküche kann noch mal für ein paar 1000-er Brühwürfel kaufen.

Am nächsten Sonntag ist es dann wieder soweit. Ich werde meine Hasenpfote aus der Schublade holen und ein großes Y faken.
„Size doesn´t matter“ –  so ein Blödsinn. Natürlich kommt es auf die Größe an. Und falls die Freundin etwas anderes erzählt kann es sich nur um die wirklich reine Liebe handeln.

Also lasst Euch bloß kein X für ein Y vormachen.

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